Hanf – Superfood für Pferde?

Hanf – Superfood für Pferde?

Hanf (Cannabis sativa L.) zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wird seit Jahrtausenden vielseitig genutzt. Während die Fasern früher vor allem zur Herstellung von Seilen, Stoffen oder Papier dienten, wurden die Samen und das daraus gewonnene Öl traditionell als Lebensmittel sowie als Futtermittel verwendet. Heute erlebt Hanf aufgrund seiner wertvollen Nährstoffzusammensetzung eine Renaissance – auch in der Pferdefütterung.

Viele Menschen verbinden Hanf zunächst mit berauschenden Substanzen. Tatsächlich gibt es jedoch deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Hanfsorten. Für Futtermittel wird ausschließlich Nutzhanf verwendet. Dieser enthält nur sehr geringe Mengen des psychoaktiven Cannabinoids Tetrahydrocannabinol (THC) und besitzt keine berauschende Wirkung.

Welche Hanfprodukte eignen sich für Pferde?

In der Pferdefütterung kommen hauptsächlich drei Hanfprodukte zum Einsatz:

  • Hanfsamen
  • Hanfpresskuchen
  • Hanföl

Darüber hinaus werden auch Hanfblätter traditionell als Kräuterkomponente in Futtermischungen verwendet.

Warum gilt Hanf als Superfood?

Hanfsamen zeichnen sich durch eine außergewöhnlich hohe Nährstoffdichte aus und gelten deshalb häufig als sogenanntes "Superfood". Besonders hervorzuheben sind:

  • hochwertige pflanzliche Proteine mit einem breiten Spektrum essentieller Aminosäuren
  • ein hoher Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren
  • natürlich enthaltene Vitamin E- und B-Vitamine
  • Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Calcium
  • Spurenelemente wie Eisen und Zink

Besonders interessant ist das Fettsäuremuster. Hanf enthält von Natur aus sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren in einem ausgewogenen Verhältnis. Zusätzlich liefert Hanf geringe Mengen Gamma-Linolensäure (GLA), einer seltenen Omega-6-Fettsäure.

Hochwertige Proteine für Muskulatur und Stoffwechsel

Die im Hanf enthaltenen Proteine liefern zahlreiche essentielle Aminosäuren, die Pferde über das Futter aufnehmen müssen. Sie werden unter anderem für den Erhalt der Muskulatur, den Zellstoffwechsel sowie zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt.

Gerade im Muskelaufbau, während des Fellwechsels oder bei älteren Pferden kann eine hochwertige Proteinversorgung eine sinnvolle Ergänzung der Ration darstellen.

Hanföl – natürliche Fettsäuren für die tägliche Fütterung

Das aus Hanfsamen gewonnene Öl liefert wertvolle ungesättigte Fettsäuren und eignet sich gut zur täglichen Ergänzung der Ration.

Fette dienen Pferden als energiereicher Nährstoff und können helfen, den Energiegehalt der Ration zu erhöhen, ohne größere Mengen Stärke oder Zucker zuzuführen. Gleichzeitig liefern sie essentielle Fettsäuren, die für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt werden.

Traditionelle Anwendung in der Kräuterkunde

In der traditionellen Kräuterkunde wird Hanf seit Langem vielseitig eingesetzt. Er findet unter anderem Verwendung:

  • während des Fellwechsels
  • bei älteren Pferden
  • zur ernährungsphysiologischen Unterstützung von Haut und Fell
  • als vitalstoffreiche Ergänzung für stoffwechselempfindliche Pferde
  • zur Ergänzung nährstoffarmer Rationen

Auch Hanfblätter werden traditionell als Bestandteil verschiedener Kräutermischungen verwendet.

In der Praxis wird Hanf von vielen Pferdehaltern auch bei Pferden mit Kotwasser, Arthrose, EMS, Hufrehe oder Sommerekzem in die Fütterung integriert.

Fazit

Hanf gehört aufgrund seiner hochwertigen Proteine, seines ausgewogenen Fettsäuremusters sowie seines natürlichen Gehalts an Vitaminen und Mineralstoffen zu den nährstoffreichsten pflanzlichen Futtermitteln für Pferde. Hanfsamen, Hanfpresskuchen und Hanföl können eine hochwertige Ergänzung einer ausgewogenen Ration darstellen und werden seit vielen Jahren traditionell in der Pferdefütterung eingesetzt.

 

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